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Häuser in EAUTARCIE

Erfahrungsbericht aus Andalusien

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Das Konzept der EAUTARCIE ist einer der mögliche Formulierungen der ökologischen Abwasserreinigung, mit einer Besonderheit: anstatt eine Bestandsaufnahme der Probleme zu machen, wird zur Quelle hochgegangen und es werden effiziente, einfache und billige Lösungen vorgeschlagen. Andere Besonderheit: es handelt sich um eine holistische Vorgehensweise, bei Berücksichtigung zahlreicher Aspekten der Wirkungen auf die Umwelt.

Um Häuser in « EAUTARCIE » zu sehen, klicken Sie hier.

Erste Veröffentlichung des Textes dieser Seite auf www.eautarcie.com : 2003

Anpassung des Originaltextes und erste Veröffentlichung dieser Seite auf www.eautarcie.org : 2011

Aktualisierung: 2010-06-23

Erfahrungsbericht aus Andalusien

Einführung

Wir haben uns in Andalusien niedergelassen, in dem kleinen Dorf Villanueva de Tapia, weniger als eine Stunde vom Malagas Flughafen und von Granada entfernt. Der Standort ist komplett isoliert, ohne verteiltes Wasser, ohne Strom, ohne Abwasserkanal oder Telefon. Wir mussten uns also der Herausforderung stellen, hier auf autonome Weise zu leben, aber auch um unsere Tür dem Publikum öffnen zu können.

Um zu uns zu kommen, kontaktieren Sie: http://www.ecocampementnomade.page.tl/Home.htm

Wir bieten zurzeit die Möglichkeit ein Zelt aufzustellen, und in einer Jurte, einem Gästezimmer oder einer Einzimmerwohnung zu wohnen.

Da der Wasserspiegel tiefer als 150 m liegt, und ein kalkhaltiges, brackiges Wasser enthält, haben wir darauf verzichtet, einen Brunnen zu bohren.

Die Bevölkerung in Andalusien neigt zu sagen, dass es nie regnet und wenn, sowieso nicht genug. So war nicht unsere Feststellung. Auch aus Nord-Europa kommend, die Tatsache ist, dass die Niederschlagsmenge von weitem nicht unbedeutend ist, obwohl die Niederschläge unregelmäßiger auf das Jahr verteilt sind.

Im ersten Jahr hatten wir Regenschauer von 15 bis 35 Liter pro m². Um die Niederschläge zu fangen haben wir alle verfügbaren Dächer mit Regenrinnen ausgerüstet. Mangels fertiger Betonwassertanks auf dem Markt, haben wir einen gebaut. Er ist gemauert und wurde mit einem Mörtel aus Zement und Kalk dicht gemacht.

Im ersten Winter lief unser 11 m³ großer Wassertank über. Er war offenbar unterdimensioniert. Dies zeigte, dass für uns die einzige realistische Lösung die Rückgewinnung des Regenwasser ist. Wir waren also froh, die lästige Arbeit, Wasser für unseren häuslichen Bedarf aus dem Nachbardorf zu holen, aufgeben zu können.

Dank der Entdeckung des Websites EAUTARCIE des Professors Országh haben wir verstanden, dass Wassereigenständigkeit in unsere Reichweite war. Dies würde zu unserem Ziel. Trotz Empfehlungen der Website haben wir anfangs der Qualität des filtrierten Wassers nicht getraut, und haben ein Jahr lang weiter unsere Flaschen an den Quellen des Nachbardorfes gefüllt.

Erst Ende November 2008 konnten wir eine Apotheke finden um das Wasser zu analysieren. Zu unserer Erleichterung war die Analyse unseres gefilterten Wassers positiv: sie entsprach den spanischen Trinkwassernormen.

Hätten wir von Anfang an dem EAUTARCIE-System vertraut, dann hätten wir uns mindestens ein Jahr die lästige Beschaffung des Trinkwassers sparen können. Nun stimmen wir völlig Herrn Országh zu, wenn er behauptet, dass « in naher Zukunft, die einzige für jeden verfügbaren qualitative Wasserquelle der Regen sein wird ». Dies trifft schon zu in Andalusien.

Für unsere Eigenständigkeit (Familie + Besucher) hatten wir schon eine 40 m³ Speicherkapazität eingerichtet die allerdings schon jetzt zu klein scheint, um das gesamte Wasser, das aufs Dach fällt, zu speichern. Dies ist bestimmt auf die Unregelmäßigkeiten der Niederschläge zurückzuführen.


Foto : typische Landschaft Andalusien.

Technische Eigenschaften unserer Einrichtung

Oberfläche der Bedachung

Haus: 75 m², Solarzellenpanel: 7,2 m², diverse kleine Dächer: 6 m², großes Chalet: 25,38 m². Ergibt eine 114 m² große Gesamtfläche.

Speicherung des Wassers

Die Speicherung erfolgt in verschiedene Wassertanks:

Ergibt eine gesamte Speicherkapazität 39 m³, 31 m³ davon direkt an den Dächer angeschlossen.

Ausrüstung


Foto : 11 m3 Wassertank während des Aufbaus


Foto: Absetztbecken aufwärts des Wassertanks

Grauwasserklärung

Aus der Einzimmerwohnung

Das Grauwasser in der Einzimmerwohnung entstanden geht durch ein mit Stroh besetztes fettentfernendes Becken, und dann in eine 1 m tiefe zylindrische Grube mit 80 cm Durchmesser. Die Stoffe setzen sich auf dem Boden ab. Der Überlauf fließt in einen zweiten Wassertank von wo das Wasser gepumpt wird, um in ein Wassertank gespeichert zu werden, dessen Wasser zum anfeuchten des Komposts und zum bewässern des Gemüsegartens und den Olivenbäume benutzt wird.

Das Wasser des Chalets

Das Grauwasser des Chalets geht durch drei bepflanzte filtrierende Becken (aquatische Pflanzen) mit 40 cm Höhenunterschied von Becken zu Becken. In jedem Becken steigt das zu klärende Wasser von unten nach oben und geht durch 4 Gesteinsschichten. Jedes Becken enthält eine Schicht großer Kieselsteine, bedeckt von einer Schicht vulkanisches Gestein dann von kleinem Kies und zum Schluss von einer Sandschicht. Die Pflanzen des Besatzes wurden am Rande des Baches unten am unseren Grundstück geholt.

Das Wasser des vierten Beckens dient der Bewässerung.


Foto: filtrierendes Becken der Grauwässer.

Analyse unseres filtrierten Regenwassers

Parameter Maßeinheiten Werte Normen für Trinkwasser
Farbe   0,2 Keine Norm
Geruch   Normal zwischen 3 und 25°C Keine Norm
Trübungsgrad FNU 2 <1
Leitfähigkeit µS/cm 163,6 <400
pH - 7,53 6,5 bis 9,5
Ammonium (NH4+) mg/Liter 0,017 <0,5
Nitrion (NO2-) mg/Liter 0,020 <0,5

Gesamte Keime

     
bei 22°C
bei 37°C

Ufc/ml
Ufc/ml

40
38
<100
<100
Escherichia coli Ufc/ml abwesend Keine Norm
Total coliforms Ufc/ml abwesend Keine Norm
Faecal coliforms Ufc/ml abwesend Keine Norm

Aussage unseren Gäste über Wasser und Trockentoiletten

  1. Nach ihrem Besuch bei uns entschied ein Paar mit drei Kindern, 3, 6 und 9 Jahre alt, ihre Spülungs-W.C. zu Hause abzuschaffen, und durch Biostreutoiletten zu ersetzen.
  2. Ein Vater, der allein mit seinen zwei Kindern mit 9 und 15 Jahren lebt, bat mich, seine Kinder über ihre Wasser- und Energiekonsum zu sensibilisieren. « Wenn die Ratschläge nicht von den Eltern kommen, schenken die Kinder diesen mehr Gehör, sie sind aufmerksamer und es hat mehr Gewicht » sagte er. Seiner Ansicht nach ist es eine gute Idee, den Verbrauch am Zähler beim Ankunft und Abreise zu messen. Dadurch ist es möglich, den durchschnittlichen täglichen Verbrauch pro Person festzustellen und – falls gewünscht - ihn sogar Tag für Tag zu verfolgen. Ich habe zudem einfache Methoden erklärt, um Energie ein. Der Vater, der in Paris lebt, hatte schon von den Biostreutoiletten gehört, und will die Tat ausführen und unsere Umwelt seine Kinder entdecken lassen.
  3. Ein Paar entdeckte für sich, dass jeder mit drei Liter Wasser duschen konnte; zwei volle 1,5 Liter Flaschen.
  4. Ein Paar mit zwei Kindern (mit 4 anderthalb und 5 anderthalb Jahren) legte Wert darauf zu uns zu kommen, um die Kinder an das Sparen von Wasser zu sensibilisieren. Diese lassen gewöhnlich beim Zähneputzen das Wasser vom Hahn fließen, die Dusche durchgehend fließen und schalten beim Raumverlassen das Licht nicht aus. Bei uns, nach weniger als drei Tage, hatten die Kinder verstanden, wie wichtig Sparsamkeit ist, zur Zufriedenheit ihrer Mutter.
  5. Ein Paar kam bei uns an mit zwei Kindern. Der Mann hatte vor, Biostreutoiletten zu Hause einzurichten, gegen der Meinung seiner Frau und Kinder. Die « Gegner » waren erstaunt festzustellen, dass auch bei Temperaturen über 35°C, es weder Fliegen noch Geruch gab, weder in der Toilette noch am Komposthaufen.

Was die Trockentoiletten betrifft, das Wegbleiben der Gerüche scheint ein entscheidendes Argument für die meisten Familien zu sein.


Foto: Trockentoiletten der Gäste

Das Trinkwasser

An unserer Ankunft in Spanien kauften wir Wasser in Flaschen, allein um unser Vorrat an Flaschen zu erneuern. Während des ersten Jahres dienten diese Flaschen zum Transport des am öffentlichen Hahn im Dorf entnommenen (chlorigen) Wassers.

Nach einer gewissen Zeit des Verbrauchs von Leitungswasser, haben wir es bevorzugt, das Trinkwasser an eine von den Älteren des Dorfes angegeben Quelle, zu entnehmen. Eine Quelle mit kühlem und scheinbar qualitativem guten Wasser. Dieses Wasser wurde von uns bevorzugt, obwohl es offiziell als « nicht trinkbar » eingestuft war.

Nächsten Sommer wurde der Durchfluss « unserer Quelle » zum schmalen Tröpfeln. Wir mussten uns dann an einer anderen, weitergelegenen Quelle versorgen. Wie es sein sollte, war das Wasser dieser Quelle auch als « nicht trinkbar » eingestuft. Dies verhinderte uns nicht, dort Wasser zu entnehmen. Die Spanierinnen machten es auch. Das Wasser dieser Quelle hatte einen angenehmen Geschmack – allerdings mussten wir sehr häufig auf die Toilette.

Von diesen Wirkungen dieses Wasser neugierig gemacht, habe ich eine Analyse bei der kommunalen Verwaltung beantragt. Und so haben wir erfahren, dass zwei der Quellen ein Wasser ausgaben, dessen Nitratengehalt den legalen Grenzwert von 50 mg/l überschritt.

Bei derselben Gelegenheit habe ich unser Regenwasser von einem Apotheker analysieren lassen, mit den oben angegebenen Ergebnissen. Es ist zwar traurig zu sagen, aber wir brauchten also länger als ein Jahr um zu realisieren, dass die Qualität unseres Wassers im Wassertank von weitem besser war als die des verteilten Wasser, aber auch als das Wasser aus der Quelle des Dorfes. Wir sind nun überzeugt und entschieden unser filtriertes Regenwasser zu trinken. Über Qualitätstrinkwasser zu verfügen ist also mit einfachen Mitteln möglich.

Einige Beispiele über die Wasserproblematik in Andalusien

Von unserer Erfahrung gestärkt haben wir schließlich uns an den Wasserproblemen der Nachbardörfer interessiert. So habe ich erfahren, dass das Grundwasser der Zone ernsthaft von Nitraten verschmutzt war. Die Bewohner sind durch Tankwagen mit Trinkwasser versorgt worden.

Diese Szenarien könnten auch in anderen andalusischen Dörfern ablaufen, als Folge einer intensiven Agrarwirtschaft. Jetzt schon nimmt der Wassermangel nach und nach zu: einige Dörfer sind bis zu 15 Tage vom Wasser entbehrt.

Im Laufe einer unseren Sommerausflüge entschieden wir den « Pantano del Agujero » See zu besichtigen, in der Nähe Malaga. Am Ort angekommen, trotz einer Wandbeschriftung « Pantano del Agujero » war kein Wasser sichtbar. Befragt bestätigte uns ein spanischer Passant, dass wir uns wohl an der Stelle des auf der Karte gezeichneten Sees befanden. An Stelle des Wassers öffnete sich ein tiefes Tal mit Pflanzenwuchs auf dem Boden. Dies gibt uns Gründe zu glauben, dass es seit langer Zeit kein Wasser mehr in diesem Speicherbecken gibt.

Dieser See/Speicherbecken/Damm sollte prinzipiell dazu dienen, einen Teil der Provinz Sevilla und Cordua mit Trinkwasser zu versorgen. Er wurde 1979 von Franco errichtet.


Pantano del Agujero – ausgetrocknet.

Einige Frage, die ich beantwortet habe während einer Befragung über Wasser, die für einen Reiseführer ökologischer Urlaub geführt wurde.

Haben die Wasserhahnen oder Duschköpfe geringere Druchflussmengen?

Ja, obwohl der Gasbadeofen nur den Durchlauf 5 Liter pro Minute erlaubt.

Haben Sie W.C. mit zwei Gänge oder mit geringem Verbrauch?

Wir haben keine W.C. mit Wasserspülung, aber einzig Biostreutoiletten die, anstatt Wasser, Sägespäne verwenden. Es handelt sich um Schreinereiabfälle die wir abholen.

Haben Sie ein Regenwasserrückgewinnungssystem?

Ja. Jeder Quadratmeter des Dachs wurde für das Sammeln von Regenwasser eingebracht. Es ist unsere einzige Wasserquelle. Wir haben keine andere Alternative, aber es ist für uns ausreichend. Uns fehlt niemals an Wasser.

Haben Sie ein Recyclingssystem des Grauwassers ?

Ja. Das gesamte produzierte Grauwasser ist geklärt und dienen uns dazu, den Gemüse- und Obstgarten zu bewässern, und auch unseren Komposthaufen zu befeuchten. Wir können uns die Verschwendung dieses in Andalusien so wertvolles Wasser nicht leisten.

Das geklärte Grauwasser ist in einem Wassertank gespeichert. Dadurch steht es zur Verfügung falls wir es brauchen.

Haben Sie andere Maßnahmen getroffen, die hier oben nicht stehen, um Ihren Wasserkonsum zu senken oder zu verwalten?

Umgehend nach ihrer Ankunft sind unsere Gäste über die Abwesenheit einer Verbindung der Gebäude zum öffentlichen Verteilungsnetz informiert. Wir weisen sie auch auf die Tatsache hin, dass es weder Brunnen noch Quelle auf unserem Grundstück gibt. Das gesamt benutzte Wasser kommt aus den Regenwassertanks.

Da die Menge nur begrenzt ist, setzt sich Wassersparsamkeit von selbst durch. Falls die Wassertanks trocken werden sollen, müssten wir Wasser aus dem Dorf holen, was uns teuer zu stehen käme.

Dies rechtfertigt die Einrichtung eines Wasserzählers, der uns dabei hilft, den Konsum zu überwachen und den Vorrat zu verwalten. Bei uns wird richtige Wasserbenutzung durch gelebte Erfahrungen gelernt. Es ist eine gute Schule für den verantwortungsvollen Umgang, die man auch bei sich zu Hause nach dem Urlaub umsetzen kann.

Die Rechnung des täglichen Verbrauchs pro Person ist ein wertvoller Hinweis um das Verhalten anzupassen. Aber auch, besonders für Kinder, eine spielerische Tätigkeit der Arithmetik, an der täglichen Ökologie angewandt.

Unsere Gäste sind manchmal überrascht zu hören, dass ihr Konsum für die persönliche Hygiene 20 Liter pro Person und pro Tag beträgt. Es ist weniger als die Hälfte was zu Hause verbraucht wird. Die Küche verbraucht nur 5 Liter pro Tag und pro Person. Ich sage ihnen auch, dass die Einrichtung einer Biostreutoilette bei Ihnen zu Hause die Wasserrechnung um ungefähr 30 % senken würde.

Urlaub bei uns ist auch eine Einführung in der Ökologie.

Bei Véronique
Villanueva de Tapia, den 25. Januar 2009.

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